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“Reis”

Es geht hier nicht um Vollkornreis, Parboiled Reis oder Yasminreis, sondern um einen Reis-fake. Habt ihr schon von Blumenkohlreis gehört? Oder auf Neudeutsch: Cauliflower Rice?

Sieht (fast) aus wie Reis, schmeckt (fast) wie Reis, ist aber keiner, sondern Blumenkohl klein gehäckselt. Sozusagen der Kalorien- und kohlenhydratarme Bruder vom Reis.

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Die Hauptrolle spielt hier also der Blumenkohl; selbst wenn er nicht zu eurem Lieblingsgemüse zählt, könnt ihr ihm hier eine Chance geben, das fertige Gericht schmeckt nämlich überhaupt nicht danach. Der Blumenkohl wird entweder mit dem Kochmesser oder einfacher mit dem Thermomix auf Stufe 3 zu reiskorngroßen Stücken zerteilt und sieht dann so aus:

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Ich habe daraus dieses Mal eine Chinesische Pseudo-Reispfanne hergestellt, schmeckt sehr lecker!

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Chinesische Pseudo-Reispfanne

400g Hähnchenbrustfilet in mundgerechten Stücken oder alternativ Garnelen

1 EL Kokosöl

500 g Blumenkohl, zerkleinert

1 Knoblauchzehe, gepresst

3 cm Ingwer, gerieben

1 Stengel Zitronengras, mit dem Messerrücken zerklopft

1 Porreestange in feinen Stücken

5 Stengel vom Staudensellerie in feinen Scheiben (alternativ: Möhren, Erbsen, Brokkoli etc)

2 Paprikaschoten in feinen Streifen

1 Würfel Kokosmilch

2 TL Sesamkörner

zum Würzen: Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Sojasoße, Paprika, Curcuma, Cumin

Das Hähnchenfleisch in einem großen gusseisernen Topf oder einer gr. Pfanne im Kokosöl anbraten, salzen und pfeffern.

Den Blumenkohl zugeben und mitbraten. Knoblauch, Kokosmilch und Ingwer zufügen, ebenso das Zitronengras. Den Porree dazugeben, etwas später den Sellerie. Ganz zum Schluss noch die Paprika zugeben und nur kurz mit erwärmen, damit sie knackig bleibt. Mit den Gewürzen nach persönlichem Geschmack abschmecken und das Zitronengras wieder entfernen und mit Besam bestreuen.

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Zum Thema “ein Würfel Kokosmilch”: 1 ganze Dose Kokosmilch verbrauche ich nie komplett, deswegen friere ich den Rest immer ein. Und zwar in so einem XXL-Eiswürfelbereiter. Den gibt es z.B. hier in Amazonien. Die gleiche Form gibt es jetzt sogar für 5×5 cm große Würfel, auch schön! Ideal, um Reste von Saucen und Fonds oder Babybrei einzufrieren.


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Mit geraspeltem Blumenkohl kann man überraschend viel anfangen. Hier hatte ich schon mal über einen glutenfreien Pizzaboden aus Blumenkohl geschrieben. Schmeckt nicht wie Blumenkohl, schmeckt aber auch nicht wie echte Pizza. Dennoch wirklich lecker.

Und heute Abend esse ich den Rest von der Pseudo-Reispfanne kalt mit etwa Minzjoghurt drauf-bestimmt lecker bei dem heißen Sommerwetter!

Man liest sich!

Ingrid

Bouganville

Wer denkt bei dieser tollen Blume nicht unweigerlich an Sonne, Urlaub, salziges Meer, Duft von Sonnencreme und all diese angenehmen Dinge?

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Im vergangenen Winter waren wir eine ganze Weile auf den Kanaren; an diesem leuchtenden pink der Bouganville konnte ich mich einfach nicht satt sehen!

Schon im Februar entstanden also Bouganville-farbige Socken, die ich auf dieser herrlichen Penthaus Terrasse strickte:

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Der Plan war, daraus gleich nach der Rückkehr eine Anleitung zu basteln; im Urlaub machte ich nur einige Notizen.

Und dabei blieb es….

Die Socken finde ich ganz hübsch, weiß aber nicht mal mehr auswendig, ob ich sie top down oder tote-up gestrickt habe, nun ja… Ähäm, und so banale Dinge wie das Grundmuster habe ich erst gar nicht notiert…

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Ich werde also mal schauen, ob ich aus den spärlichen Notizen eine halbwegs gescheite Anleitung schreiben kann.

Schönes Wochenende allseits, man liest sich!

Ingrid

PS: Beachtlich, wie viele Leserinnen sich an die gesunden Kekse trauen, das hätte ich nie erwartet! Danke für eure Zuschriften!

Wie in der Fernsehwerbung

Möchte jemand etwas Gesundes? (Rums-Tür zu.)

Etwas mit viel Ballaststoffen, gesunden Fettsäuren  und wenig Kohlenhydraten? (Niemand mehr zu sehen.)

Fast zuckerfrei, dafür mit wertvollen Proteinen? (Das wird sicher nicht mein erfolgreichster post!)

Glutenfrei, vegan? (Nun wurde vermutlich auch die letzte Leserin vertrieben.)

Und wer von euch bis jetzt durchgehalten hat, wird mit tollen Keksen belohnt!

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Diese selbst gebackenen Kekse hatte unser Freund Tom mit auf der Golfrunde und hätte er sie mir nicht förmlich zum Probieren aufgedrängt, hätte ich mich in Kenntnis der Zutaten vermutlich geweigert, davon überhaupt zu kosten. Aber, Asche auf mein Haupt, die Dinger schmecken  richtig lecker! Das einzige was sie nicht sind: Kalorienarm!

Die Zutatenliste ist ungewöhnlich: Neben geraspelten Möhren und Kokosöl sind z.B. Süßlupinenmehl  und Flohsamenschalen enthalten

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Die Zutaten ergeben ein Backblech voll. Nach dem Erkalten schneide ich die Teilplatte in kleine Rechtecke oder Quadrate und friere diese ein. Nahezu täglich genieße ich davon ein Keks zum Cappuccino direkt nach dem Mittagessen. Auf große Begeisterung bei Kindern müsst ihr allerdings nicht hoffen, da die Kekse kaum süß sind.

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Toms Kraftkekse

Teig:

125g Buchweizenmehl

75g Süßlupinenmehl

125g Mandelmehl

50g Kokosmehl

40g geschroteter Leinsamen, in 5 EL Wasser eingeweicht

40g Flohsamenschalen

2 geh. TL Backpulver

50g Xucker oder alternatives Süßungsmittel

400g geraspelte Möhren

100g Kokosöl

1 Prise Salz

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Belag:

250g Aprikosenaufstrich, z.B. von Zwergenwiese

130g Kokosöl

80g Xucker

4 EL Wasser

insgesamt 400g gemischte Nüsse und Mandeln, grob gehackt

60g  90% Schokolade

Zubereitung:

Teig herstellen, dabei das Öl zuletzt zugeben. Teig soll die Konsistenz wie Knetteig haben. Auf ein Backblech geben und  flach drücken.

Aprikosenaufstrich darauf streichen.

Nüsse mit Zucker, Öl und Wasser mischen, auf den Teig geben.

Backen bei 200 Grad für 20-30 Minuten.

Komplett abkühlen lassen, die Schokolade schmelzen und in dünnen Streifen zur Verzierung auftragen.

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Ist jemand so mutig und probiert’s aus?

Man liest sich!

Ingrid

Sie hat tatsächlich was gestrickt!

Echt jetzt! Was  G.E.S.T.R.I.C.K.T! Und zwar Socken, jawoll! Ich gebe zu: Das war eine schwere Geburt.

Bei Ravelry hatte ich tolle Zopfsocken entdeckt; sie wurden umgehend und voller Tatendrang angeschlagen. Nüchterne Erkenntnis: Sieht mit 4-fach Sockenwolle blöd aus, 6-fach SoWo muss her, damit der schöne Zopf plastischer wirkt. Gar nicht so einfach, in der ländlichen Idylle im Sommer dicke SoWo zu kaufen! Bestellen ging in diesem Falle gar nicht, es sollte doch SOFORT losgehen.

Im Bastelladen führt man Rödelgarne, sogar in Ingrid-grau, herrlich! Null Erfahrung mit 6-fach Garn wurde durch gute Kenntnis des “ich weiß ja, wo es steht” ausgeglichen, wobei das “es” in diese Falle die Regia Sockengrößentabelle war. Also die vorgegebene Maschenzahl angeschlagen und flugs ein paar Runden gestrickt. “Sieht ganz schön eng aus”-hach, manchmal habe ich aber auch immer negative Gedanken…Erste Anprobe: Geht definitiv nicht über die Ferse zu ziehen. Mmmhhh. Ach ja, ist ja ein Zopfmuster, die Dehnbarkeit wird dramatisch reduziert-ist ja nicht so, dass ich das zum ersten Mal gehört hätte…

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Gefühlte 100 Versuche später lässt die Freude an den tollen Socken merklich nach und versiegt schließlich ganz. Und Notizen hatte ich natürlich genau null gemacht.

Der Wiedereinstieg war zur Strafe richtig blöd, ich wusste rein gar nichts mehr. Wieviele Maschen waren es eigentlich ursprünglich gewesen? In welcher Runde des Charts geht es weiter?

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Langer Rede, kurzer Sinn: Sie sind doch noch fertig geworden und es sind mit die tollsten Socken, die ich je gestrickt habe! Von der einen Seite sind sie nur gerippt, aber jeweils außen am Fußrand läuft der spektakuläre Zopf.

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Der Zopf ist nicht wirklich schwer zu stricken, hat mich aber viele Nerven gekostet. Ich konnte ihn nämlich nicht auswendig stricken, sondern brauchte immer den chart daneben. Und wegen der langen Pausen rutschten die Magnetstreifen dann irgendwann lustig auf der Strickschrift rum und das Schicksal nahm seinen Lauf.

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Fazit: Es wird bei diesem einen Paar bleiben. Ich steh’ ja mehr auf Muster, die super einfach zu stricken sind und die trotzdem viel hermachen. 
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Am Spickel habe ich mal was Neues ausprobiert. Normalerweise strickt man ja immer die 3.letzte mit der vorletzten Masche zusammen und auf der anderen Seite ssk mit der 2. und 3. Masche. Ich habe hier mal ausprobiert, wie es aussieht, wenn man die Abnahmen mit der vorletzten und allerletzten Masche bzw. der ersten und zweiten Masche arbeitet: Gefällt mir  besser, ist viel unauffälliger und wird ab sofort immer so gemacht. An der Spitze bin ich genauso vorgegangen, bin mir aber nicht sicher, ob ich das schöner finde. Was meint ihr?

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Die Rödel 6-fach Wolle fühlt sich sensationell kuschelig an. Man hat den Eindruck, es wäre Alpaka enthalten. Hat jemand Erfahrung mit der Haltbarkeit? Pillt die?

Das Sockenmodell nennt sich “Merenkulkija” und die Anleitung  gibt es kostenlos hier. Im Gegensatz zur Originalanleitung habe ich die Rippen über den ganzen Socken fortgeführt und finde diesen zusätzlichen rustikalen touch super.

Man liest sich!

Ingrid

PS: Tausend (nein: zehntausend!) Dank) gehen an Anett von Fadenstille, die mir geduldig erklärt hat, wie ich meine Fotos wieder in Iphoto importiere und dann wie gewohnt weiter bearbeiten kann. Herrlich!

SOMMERERFRISCHUNG

Halloooo,

liest noch jemand hier?

Dass ich so selten bloggen, hat 2 (Haupt)-gründe:

1. Der Sommer hat mich mit all seinen Verlockungen fest im Griff und

2. Ich komme einfach mit dieser blöden neuen Foto-App auf dem Mac und der Bildbearbeitung in Pixelmator nicht zurecht. Dank Tochterkind sehe ich aber jetzt gerade Licht am Horizont…

Bleiben wir lieber beim Thema Sommer,  vom Fotoproblem krieg’ ich langsam Hörnchen…

Ist es nicht einfach herrlich, morgens mit Sonne im Schlafzimmer aufzuwachen? Im Nachthemd auf der Terrasse zu frühstücken? Den Garten zu genießen, vom üppigen Grün und dem phantastischen Duft überall gar nicht genug kriegen zu können? Abends den Grill anzuwerfen  und bis spät in die Nacht mit einem eisgekühlten Getränk in der Hand die Fledermäuse beobachten zu können?

By the way: Eiskaltes Getränk. Ich mag sehr gerne Eiscreme. Aber zuckerfrei, glutenfrei, ohne Geschmacksverstärker, Farbstoffe, Emulgatoren und Co wird es schwierig. Nach etwas rumprobieren habe ich jedoch etwas ganz tolles gefunden. Bei selbst gemacht weiß man halt immer, was drin ist, oder?

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Diese gesunde Sommerschleckerei besteht aus Wassermelone, Zitrone und ganz wenig Milch (alternativ schmeckt hier bestimmt auch Mandelmilch oder Sekt).

Da der Sommer heute Pause macht, könnt ihr die Gelegenheit nutzen, um ein Stück Wassermelone einzukaufen, in kleine Stücke zu schneiden und in den Tiefkühler zu packen.

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Die gut durchgefrorenen Melonenstücke kommen dann zusammen mit ganz wenig Milch und einem ordentlichem Spritzer Zitrone in einen hohen, schlanken Mixbecher und werden mit Hilfe eines kräftigen Starmixers cremig püriert. Wenn es mehr als 1-2 Portionen werden sollen, schafft der Stabmixer das nicht mehr, dann bietet sich z.B. der Thermomix an.


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Wenn euch das Ergebnis nicht süß genug sein sollte, fügt einfach etwas beliebiges  Süßungsmittel hinzu.

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Mhhh, sooo lecker!

Man liest sich eisschleckend!

Ingrid

PS: Sagte ich schon, dass ich erwachsene Kinder einfach nur toll finde?

Ein Brot der ganz anderen Art

Mit Beginn der Fastenzeit hatte ich begonnen mich nach dem Low Carb Prinzip zu ernähren. Ganz am Anfang stellt sich ja die große Frage: Und was esse ich anstatt? Anstelle von Brot zum Beispiel? Gleich am Anfang habe ich also 1x ein kohlenhydratarmes Brot gebacken- leider statt 30 g Kokosfett 300g Kokosfett genommen (jahaaa, ich weiß auch nicht, warum!!!) und damit war der Brothunger aus verständlichen Gründen erstmal vorbei.

Bis gestern. Plötzlich überkam mich eine ungeheure Brotlust, glücklicherweise nicht auf Brot vom Bäcker, sondern schon die Gier nach selbstgebackenem, Low Carb konformem Brot.

Durch einen Tipp von unserem gesundheitsbewussten Freund Tom stieß ich auf das “Live Changing Bread”, (link folgt unten), das es wohl schon seit Jahren gibt. Aber der Weg bis in den letzten dörflichen Winkel der Republik dauert natürlich….

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Das Rezept habe ich erstens übersetzt, zweitens auf deutsche Maße umgeschrieben  und drittens meinen Anforderungen angepasst. Es ist mehlfrei, enthält jedoch glutenfreie Haferflocken vom Bauckhof. Wer auch das nicht möchte, kann stattdessen Reisflocken oder vermutlich auch eine Mischung aus Kokosmehl und Süßlupinenmehl ersetzen.

Die Zubereitung ist denkbar einfach, eine Küchenmaschine ist nicht notwendig.

Rezept für eine 20 cm Kastenform

150g glutenfreie Haferflocken

150g Sonnenblumenkerne

100g Leinsamen

50g Sesam oder Kürbiskerne

100g Nüsse oder Mandeln, grob gehackt

2 EL Chiasamen

5 EL Flohsamenschalen

1,5 TL Salz

1 EL Sirup oder alternative Süßungsmittel wie Xucker, Stevia, etc

3 EL geschmolzenes Kokosöl

400 ml Wasser

Alle trockenen Zutaten mischen, die flüssigen Zutaten unterrühren, den Teig in eine gefettete Kastenform geben und am besten über Nacht ausquellen lassen.

Ofen auf 175 Grad vorheizen , Brot 25 Minuten backen, dann aus der Form nehmen und noch 35-40 Minuten ohne Form auf dem Rost weiterbacken.

Bis zum Anschnitt komplett auskühlen lassen!

 

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Schmeckt richtig lecker! Und da ich ja keine Marmelade mehr esse, mag ich auf meine alten Tage doch tatsächlich auch herzhafte Brotbeläge!

Inspiriert hat mich zu diesem Rezept das “Live Changing Bread” aus diesem Blogbeitrag (und natürlich Mister Tom!)

Falls sich jemand fragt, warum denn da so seltsame Zutaten wie Flohsamen und Chia Samen drin sind: Diese beiden Zutaten quellen extrem auf, bilden eine schleimige Grundstruktur und sorgen an Stelle des fehlenden Getreides für den Zusammenhalt des Brotes. Die anderen Zutaten sind sicherlich sehr variabel, aber Chia- und Flohsamen würde ich nicht weg lassen.

 

Man liest sich!

Ingrid

 

 

Wie hat sie nur diesen Job gekriegt?

Meine neue Nebentätigkeit als Strickkursleiterin auf einem Kreuzfahrtschiff motivierte ja etliche, auch mir bisher unbekannte Leserinnen, zu einem Kommentar. Vielen Dank für jeden einzelnen, denn zugegebenermaßen bin ich schon etwas stolz über diese neue Herausforderung.

Der Tenor in den Kommentaren war eindeutig: Wie kriegt man denn bloß so einen tollen Job?

In einem Kommentar steht zu lesen: “Ich wusste gar nicht, dass es Strickkurse auf Kreuzfahrtschiffen gibt”.

Gerade das scheint mir der Knackpunkt zu sein! Genau, gab es bisher nicht, zumindest nicht auf der “Mein Schiff” Flotte. Also erster Faktor: Eine gute Idee haben!

Wie ich überhaupt darauf gekommen bin? Auf unserer letzten Kreuzfahrt war eine Psychologin an Bord, die sehr gute Vorträge gehalten hat. Da sie zudem sehr nett war, setzten wir uns beim Frühstück mit an ihren Tisch und fragten mal nach, wie man denn an einen solchen Job kommt. Auf der TUI Cruises Homepage gibt es eine Seite, auf der es um Bewerbungen für sogenannte Edutainer geht. Gern werden Personen mit Doktor- oder Professorentitel genommen, auch ein selbst geschriebenes Buch ist von Vorteil. Mmhh, mit Mikrophon vor ein paar hundert Leuten zu sprechen, eine Powerpoint Präsentation zu halten, mich den Fragen aus dem Publikum zu stellen, das würde mich alles gewaltig stressen, das muss ich in meiner Freizeit nicht haben. Also mal über Alternativen nachdenken, Strickkurs ist abgedreht, das gab’s noch nie, das versuch ich einfach mal.

Also habe ich per email eine Bewerbung an TUI Cruises geschrieben, kurzer themenbezogener Lebenslauf, was qualifiziert mich für diese Aufgabe, wie stelle ich mir so einen Workshop praktisch vor etc.

Was soll ich sagen? Mein Angebot wurde umgehend angenommen, da gerade die Planung in Sachen Edutainment für den Herbst und Winter auf Hochtouren liefen.

Zweiter Faktor also: Zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein.

Und zu guter Letzt: Eine gehörige Portion Glück war bestimmt auch dabei!

Fragen nach dem Entgelt kamen auch. Was soll ich sagen? Der Arbeitsplatz muss einem ja zu Verfügung gestellt werden…

Aber machen wir uns doch mal ganz allgemein Gedanken über (beruflichen) Erfolg!

Ich glaube, es ist ganz entscheidend, nicht zu früh aufzugeben. Es ist wichtig, sich nicht zu schnell entmutigen zu lassen, wenn man sich etwas in den Kopf gesetzt hat. Dabei ist von großer Bedeutung, wie man mit Fehlschlägen umgeht. Wenn 10x etwas schief läuft, gibt der Erfolglose entnervt auf, während der Erfolgreiche aus seinen Fehlern lernt und es beim 11.Mal richtig macht. DAS ist der Unterschied! Vermutlich hätte ich nämlich im Ablehnungsfall meine Bewerbung noch an eine andere Reederei verschickt oder mich getraut, eine Vortragsreihe zu medizinischen Themen anzubieten.

Förderlich ist sicher auch eine sachliche Betrachtungsweise. Ein Beispiel: Eine Bewerbung wird abgelehnt, ein anderer bekommt die ersehnte Stelle. Das ist eine Tatsache . Nun kann man denken: “Ich bin unfähig, das leben ist ungerecht, vermutlich bekomme ich nie wieder Arbeit.” Der Erfolgreiche hingegen denkt: “O.k., hier werde ich nicht arbeiten. Was könnte ich an meiner Bewerbung und an meinem auftreten verbessern? Oder an meiner Qualifikation?  Siehst du den Unterschied? Die Absage ist eine Tatsache, alles andere ist nur in deinem Kopf, ist deine Sichtweise der Dinge. Es wird sich an der Absage nichts ändern, wenn du dich darüber ärgerst, nur deine Laune ist schlecht und deine Ausstrahlung geht den Bach hinunter . Erfolgreiche Menschen wissen um die Wichtigkeit der eigenen Einstellung zu Tatsachen, die man eh nicht ändern kann.

Neuland zu betreten ist den meisten Menschen unangenehm. Wenn man sich bewirbt, weiß man nie so ganz genau, was einen da erwartet, auf was man sich einlässt. Wie soll ich die Bewerbung formulieren? Eigentlich traue ich mir das gar nicht zu. Vielleicht mache ich mich lächerlich. Ich werde mich schlecht fühlen, wenn ich abgelehnt werde. Stimmt alles! Aber: Da muss man durch, wenn man Erfolg haben will! Diese unangenehmen Gefühle führen zu einem inneren Widerstand; aber nur wer es schafft, diesen Widerstand zu überwinden, wird auf Dauer erfolgreich sein können. Wie so oft im Leben gilt: Den Problemen ausweichen bringt’s nicht wirklich! Da hilft nur, sich diese Widerstände bewusst zu machen und aktiv zu bearbeiten! Die eigenen Komfortzone zu verlassen, ist für mich häufig schwierig: Anstehende Konfliktgespräche endlich zu führen, ohne den anderen zu verletzen, das Aufschieben von nötigen Verhaltensänderungen, Veranstaltungen zu besuchen, auf denen ich niemanden kenne usw., usw.

Was fühlt man eigentlich in solchen Situationen? Unsicherheit? Angst vor Ablehnung? Irgendwie fühlt es sich unbequem an, lieber bleiben wir doch alle im gewohnten Rahmen, bewegen uns dort sicher, können Reaktionen abschätzen, wissen gut Bescheid wegen drohender Gefahren und aller Eventualitäten. Das Problem dabei ist allerdings: Wer nie etwas Neues wagt, bleibt auf der Stelle stehen, entwickelt sich nicht weiter. Und oftmals liegt der beste Teil des Lebens eben außerhalb unserer Sicherheitszone. Und hier gibt es nur einen Weg zum besseren Leben: Man muss sich diese Gefühle bewusst machen und sich dafür entscheiden, sie anzunehmen. Und nur das Annehmen reicht nicht mal: Man muss die unangenehmen Gefühle willkommen heißen, um endlich im eigenen Leben etwas ändern zu können.

Auch hierbei gilt: Immer mit kleinen Schritten anfangen und Erfahrungen sammeln. (Ich erinnere an mein Projekt zuckerfrei. War geplant für die Fastenzeit, läuft besser als ich dachte, bin immer noch dabei). Das Aufraffen ist doch das Allerschwerste, nicht wahr?

Also los, was hindert dich? Fang an mit dem, was du schon so lange vor dir herschiebst!

 

Sie lasen das Wort zum Sonntag!

Ingrid

 

 

 

 

 

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