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Hamburger sind doch der Inbegriff für Fast Food schlechthin. Mit den schlappen Brötchen und undefinierbaren Zutaten schmecken sie mir überhaupt nicht.

Immer häufiger treten sie aber auch auf den Speisekarten der gehobenen Gastronomie auf; mit edlen Zutaten, dafür mit horrenden Preisen.

Das kriegen wir doch auch in der heimischen Küche hin, wäre doch gelacht!

Von oben bis unten selbst gemacht, schmeckt köstlich! Starten wir mit den Brötchen, die neudeutsch Burger buns heißen. Ich habe sie nach diesem Rezept vom Brotdoc-blog gebacken. Wie immer habe ich Weizen durch Dinkel ersetzt, mich ansonsten genau ans Rezept gehalten und sie schließlich für 15 Minuten bei 225 Grad mit 100% Luftfeuchte im Kombidampfgarer gebacken. Durch den Dampf bleiben die Brötchen relativ weich und haben nur eine dünne Kruste.

Als nächstes kommt die Mayonnaise an die Reihe. Die stelle ich seit Jahren selber her. Weil das nämlich unglaublich einfach geht und ich dann genau weiß, was da so alles verarbeitet wurde.

Grundezept Mayonnaise selbstgemacht und eifrei

50g Milch (kann auch Pflanzenmilch sein)

150g Rapsöl

etwas Zitronensaft

Salz nach Geschmack

Alle Zutaten zimmerwarm in einen hohen, schlanken Mixbecher geben. Den Pürierstab auf den Boden des Gefäßes stellen, anstellen und nach oben ziehen: fertig!

 

 

Falls ihr euch jetzt fragt: Warum ist die fertige Mayo so gelb? Zum Grundrezept kann man noch beliebige Zutaten hinzufügen, z.B. Knoblauch, um Aioli herzustellen. Ich mag es immer sehr gern im Stil der dänischen Remoulade und füge immer hinzu:

2 TL Senf

1TL Curry

etwas Aprikosenmarmelade oder Mangochutney

8 Kräuter aus dem Tiefkühler

etwas Kapernlake

frisch geriebenen Ingwer

1 EL Lake von eingelegten Gurken

1 gr. EL  festen Joghurt oder Skyr, um den Fettgehalt zu reduzieren

und nach dem Mixen noch 1 gr. eingelegte Gurke in feine Würfel geschnitten

 

Von unten nach oben folgt nun das Fleisch auf dem Burger. Wir hatten dieses Mal Lammhack, frisch hergestellt in der türkischen Schlachterei. Davon Portionen zu 150g abwiegen, in der Burgerpresse zu Patties formen und auf dem Grill oder in der Pfanne braten. Ob man das Fleisch vorher würzt, ist eine Glaubensfrage .

Darauf haben wir Blauschimmelkäse drapiert, gefolgt von einer dicken Schicht Balsamicozwiebeln. Die sind einfach hergestellt und halten auch eine Weile im Kühlschrank. Praktisch dafür sind die dicken roten Zwiebeln im Netz, wovon wir 1 kg benötigen.

Balsamico-Zwiebeln

1kg rote Zwiebeln

etwas Butter

ein paar Thymianzweige25g (brauner)Zucker

100ml Balsamico

Salz und Pfeffer zum Abschmecken

 

Sie Zwiebeln pellen, halbieren und in feine Streifen oder Würfel schneiden. In einer großen Pfanne die Butter schmelzen, Zwiebeln mit Thymian, Salz und Pfeffer hineingaben und für ungefähr 20 Minuten dünsten. Dabei sollen die Zwiebeln nicht braun werden.

Danach den Zucker und den Balsamico Essig hinzugeben und bei kleiner Hitze erneut 20 Minuten köcheln lassen, Die Flüssigkeit sollte nahezu komplett verschwunden sein, die Zwiebeln sollen eher trocken aussehen.

Sofort in gut gereinigte Twist Off- oder Bügelgläser geben. Haltbarkeit im Kühlschrank: Mehrere Wochen.

 



Das waren die Zutaten; jetzt nur noch alles zusammensetzen, dann steht dem Genuss nichts mehr im Wege.

 

Man liest sich!

Schwarz-weiße Geschenke

Da im Moment ja schwarz-weiß im allgemeinen (und im speziellen bei uns) so aktuell ist, sind natürlich auch die Geschenkpäckchen im schwarz/weiß look verpackt.

Weißes Geschenkpapier finde ich ungemein praktisch, da es sich so gut anpasst und mit verschiedenen Zutaten immer wieder anders daher kommt.

Alles, was der Fundus so hergibt in schwarz, kann zur Dekoration des Päckchens verwendet werden: Schwarze Bänder, Federn, Stempel, Geschenkanhänger (Der wird noch mit weißen Buchstaben mit dem Namen des Geburtstagskindes beschriftet ).



Das rollenförmige Paket ist einfach locker mit einem schwarzen Draht umschlungen.

Die dicke Rolle weißes Geschenkpapier habe ich vor Jahren über Amazonien erstanden (hier); ich glaube, die 50Meter reichen bis zum Lebensende! Das Gute am weißen Papier ist, dass man es je nach Anlass prima anpassen kann: Für Fußballfans kann man das Päckchen je nach Gesinnung schwarz-gelb oder rot-blau dekorieren, für kleine Mädchen mit viel Glitzer und pink.

Für’s kommende Weihnachtsfest sind übrigens auch schwarze-weiße Pakete geplant. Dafür habe ich schon im letzten Weihnachtsausverkauf bei Depot allerlei schwarze Sterne etc. als Päckchendeko zum halben Preis eingekauft. Das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt!!!

Ich wünsche euch ein tolles, sonniges Wochenende!

Man liest sich,

Schwarzer Hamster

Schwarzer Hamster? Das klingt nach einem neuen Haustier bei den H.’s, oder?

Unsere bisherige Haustierkarriere ist schnell erzählt: Als unsere Kinder in dem Alter waren, in dem alle Kinder einen Hund möchten, waren wir froh, dieses Begehren in eine Katze umlenken zu können. Die Selbstständigkeit einer Katze versprach uns mehr Unabhängigkeit und so zog eines Tages  Katzenkind Lucy bei uns ein.

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Lucy war und blieb SEHR unabhängig: Sie schätze es gar nicht, angefasst zu werden und tat ihren Unmut darüber gern durch unvermitteltes Beißen und Kratzen kund. Überhaupt verstand sie es vortrefflich, ihr Missfallen zum Ausdruck zu bringen.

Eines Nachts stand mein gepackter Koffer geöffnet auf dem Flur, um kurz vor der Abfahrt zum Flughafen noch die Kulturtasche aufzunehmen. Lucy fand das Verreisen der Mitbewohner nie lustig und pieselte doch tatsächlich nachts auf meinen Polo-Stapel im Koffer! Hallo? Golfurlaub ohne Polohemden??

Aus leicht verständlichen Gründen wurde das Entflohen unserer Mitbewohnerin immer seltener und seltener. Bis eines Tages die Flöhe in unserem Haus die Regentschaft übernahmen…überall, jawohl…überall. Falls jetzt jemand nichts mehr mit mir zu tun haben möchte: Die Story ist viele Jahre her und der Kammerjäger hat ganze Arbeit geleistet. Sämtliche Oberflächen des Hauses wurden mit Fettsäuren besprüht, sogar die Polstermöbel und die Betten. 14 Tage darf man dann nicht wischen, es riecht wie altes Fett in der Pommesbude.

Aber jetzt zum Thema, wo waren wir? Ach ja: Schwarzer Hamster. Der Hamster ist glücklicherweise keine Haustier, sondern der Name eines Brotrezeptes von Bäcker Süpke. Die Angaben dort sind aber nur was für Spezialisten und kein richtiges Rezept.

 

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Überarbeitet und für die Allgemeinheit aufbereitet wurden Bäcker Süpkes Angaben von Marla und hier veröffentlicht.

Genau dieses Rezept sollte es sein für mein erstes Sauerteigbrot und was soll ich sagen? Schon wieder Anfängerglück, es ist super gelungen! Es enthält sehr viele Körner und ist für meinen Geschmack richtig aufwändig in der Zubereitung. Sauerteig ansetzen, 16 Stunden bei 28 Grad stehen lassen. Dazu werden ganze Roggen- und Dinkelkörner als sogenanntes Kochstück 30 Minuten gekocht und dann über Nacht kalt gestellt.  Die Kürbis-, Sesam-, Sonnenblumen- und Leinsamenkerne werden zunächst geröstet und dann ebenfalls über Nacht in Wasser eingeweicht (Quellstück) .

Am nächsten Tag kommen alle 3 Teile im Brotteig zusammen und werden nach Teilruhe und Stückgare schließlich mit Schwaden im Ofen bei 250 Grad mit fallender Temperatur gebacken. Ofentrieb gab es leider gar nicht mehr, vielleicht hatte mein Brot schon Übergare? So ist das eben ohne Erfahrung; selbige werde ich sammeln!

 

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Roggenbrote soll man erst nach 24 Stunden anschneiden. Nee, also beim besten Willen kann ich mit so viel Geduld nicht aufwarten! Immerhin war mein Brot beim Anschnitt schon abgekühlt-also fast jedenfalls. Sieht doch prima aus! Schöne Porung zwischen den vielen Körnern, super!


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Probieren muss Frau das Brot natürlich auch umgehend: Köstlich! Sieht lecker aus, näch?

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Wem der Aufwand zu hoch ist, dem empfehle ich mein schnelles Hefebrot, das ich bereits 2013 hier im blog veröffentlicht habe und das so aussieht:

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Euch allen eine schöne Woche, man liest sich!

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Die Königsklasse

Heute melde ich mich wieder aus der Versuchsküche der Familie H.:

Die Brötchenbäckerei habe ich ganz gut im Griff, vor Baguette habe ich allerdings mächtig Respekt. Dabei meine ich jetzt nicht die turboschnellen Weißbrote in Stangenform, die mit einem ganzen Würfel Hefe nach 1 Stunde Gehzeit in den Ofen geschoben werden, sondern so richtige Baguettes. Mit ganz viel Aroma, röscher Kruste, samtiger Krume und großen Poren. Die, die so schön nach Frankreich schmecken.

Jetzt weiß ich: Kriegt man (Frau) hin!

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Ich habe mich ausgiebig belesen, z.B. im Brotbackform, im Sauerteigforum, im Plötzblog oder bei Ketex.

Man ist sich einig: Gut Brot braucht Weile. Dabei benötigt man für die eigentlich Teilbearbeitung nicht wirklich lange, aber so ein Teig kann schon mal für die Reifung zwei, drei oder noch mehr Tage im Kühlschrank verbringen. Neulich hatte ich den Pizzateig von „Perfekte Pizza.de“  5 Tage im Kühlschrank: Super!

Das Prinzip ist immer gleich: Man benutzt nur eine Winzigkeit Hefe (z.B. 2 Gramm) und gibt dem Teig eine sehr lange Zeit zum Gehen und insbesondere zur Aromagewinnung.

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Von außen ist das Baguette keinesfalls perfekt, weil das Einschneiden für einen Anfänger nämlich extrem schwierig ist.

Hier ist ein ganz tolles Video , das die Technik des Baguette-Formens und Einschneidens zeigt.

Aber jetzt kommt der Anschnitt, auf den ich zugegebenermaßen richtig stolz bin:

 

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Genauso eine Porung hatte ich mir vorgestellt, ist echt topp geworden! Hoffentlich nicht nur Anfängerglück! Grundlage meines Rezeptes war das Präsidentenbaguette aus dem Plötzblog.

Wie immer zwingt mich allerdings irgendeine unsichtbare Macht, ein Rezept keinesfalls  zu 100% zu befolgen. Trotz relativer Ahnungslosigkeit muss ich immer wie unter Zwang irgendetwas ändern. Ich habe es also so gemacht:

Präsidentinnenbaguette 

für 3 kl. Baguettes

290g Dinkelmehl 630

70 g Dinkel 1050

250g Wasser

2g frische Hefe

10g Salz

1/2 TL Honig

1 EL altes Anstellgut, nicht aktiviert, zur Geschmacksgebung

 

Die Zutaten vermengen, 1h Stunde Teilruhe, dabei 3x Stretch and Fold, dann für mindestens 48 Stunden abgedeckt in den Kühlschrank stellen. Teig in 3 gleiche Teilen und gemäß dem oben verlinkten Video zu Baguettes formen. Dabei nach dem Aufrollen und dem endgültigen Formen jeweils 30 Minuten Teilruhe gewähren.

Gebacken habe ich im Combidampfgarer. Nach dem Aufheizen kommen die Baguettes auf das heiße Blech und werden wie folgt gebacken:

225 Grad, 100% Luftfeuchte, 15 Minuten

225 Grad, 0% Luftfeuchte , 5 Minuten  ( oder bis zum gewünschten Bräunungsgrad).

Zu Testzwecken habe ich 2 Baguettes in einer gelochten Baguetteform gebacken, das dritte lag frei auf einem gelochten Backblech.

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Die Baguettes aus dieser gelochten Form sind mir zu dünn, das frei gebackene ist viel schöner und auch überhaupt nicht breit gelaufen. Super finde ich, dass beide Bleche nicht gefettet oder gemehlt werden mussten, alle Baguettes lösten sich einwandfrei von der Unterlage.

Wie schade, dass ich euch keine Düfte über den blog schicken kann!

Man liest sich!

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Was tut sie so im Winter???

Sollte mich jemand vermissen: Ich bin in der Küche!

Dummerweise lebe ich meine Experimentierfreude gerade mit Brötchenbacken aus, obwohl ich Getreideprodukte weitgehend meiden möchte.

Sauerteig, das unbekannte Wesen! Zufällig hatte ich in den Tiefen des www einen Artikel darüber entdeckt, wie man sich selbst einen Sauerteig herstellt. Ich stehe ja total auf Mikroorganismen: Waren es in der Kindheit Pantoffeltierchen und Urzeitkrebse, die mich unter dem Mikroskop faszinierten, sind es in meinem Beruf etwas andere Kleinstlebewesen (und glücklicherweise ein um Klassen besseres Mikroskop:-)).

Ooh, und nun kann man allein aus Getreide und Wasser mit viel Geduld Milchsäure- und Essigbakterien sowie natürlich Hefen züchten, die sich in ihrem Zusammenspiel Sauerteig nennen und auch noch sinnvoll eingesetzt werden können? Wie spannend ist das denn bitte? Eine gute Anleitung dafür findet man z.B. hier oder auf besonders unterhaltsame Weise auch hier.

So sieht ein ein fertiger Sauerteigansatz aus, der auf seinen Einsatz wartet:

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Der Fachmann nennt das Zeug übrigens „Anstellgut“. Keine Ahnung, warum das so heißt; vermutlich, weil man damit so allerlei anstellen kann!?

An Brot habe ich mich noch nicht herangetraut, aber Brötchen backen mit Sauerteig ist toll und bringt schnelle Erfolgserlebnisse:

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Meine Erstlingswerke, die Heidekrüstchen nach einem Chefkochrezept. Da mein Sauerteig da noch gaaaanz jung war, sind sie noch nicht so superlocker in der Krume, aber die Kruste war schön rösch. Und dank Brotgewürz in der Zutatenliste schmecken sie würzig und rustikal. Es sind bis jetzt meine Lieblingsbrötchen.

 

Die folgenden hellen Brötchen sind ebenfalls nach einem Rezept vom Plötzblog entstanden. Es nennt sich „Präsidentenbaguette“ und ich habe aus dem Teig einfach Brötchen geformt und wie in allen Rezepten Weizen durch Dinkel ersetzt.


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Hier nochmal das gleiche Rezept, aber mit Dinkel-Vollkornmehl gebacken. Die hinteren habe ich mit dem Schluss nach oben gebacken und als Verzierung Maisgrieß verwendet.

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Die dreieckigen Körnerbrötchen sind „5 Kornfränzchen“ vom Ketex-Blog. Dazu setzt man einen Vorteig und ein Quellstück an. Ich sage euch: es gibt ein wahres Bäckerlatein!

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Und zum Schluss kommen noch die Vollkorn-Körnerbrötchen, wieder von Plötzblog.

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Damit hatte ich heute Stress. Der Teig war super weich, klebte mehr an den Fingern als auf dem Backblech und ließ sich insgesamt sehr schlecht verarbeiten. Das liegt sicher nicht am Rezept, sondern an meiner mangelnden Erfahrung, wie weich oder fest überhaupt so ein Teig zu sein hat. Aber: Erstmals ging der Roggenmischteig allein durch die Triebkraft meines Sauerteiges schön auf und es kam sogar noch ordentlich Ofentrieb dazu.

Gebacken habe ich alle Brötchen im Combidampfgarer auf dem Lochblech. Zunächst für 15 Minuten mit 225 Grad und 100% Dampf, danach für 10 Minuten mit 0% Dampf bei ebenfalls 225 Grad.

Macht mir gerade sehr viel Spaß; sobald es aber Frühling wird, ist mir so eine Backaktion vermutlich zu zeitaufwendig und der Golfplatz ruft dann lauter als der Backofen.

Man liest sich!

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Etwas Warmes braucht der Mensch

Der Winter hat uns voll im Griff: Die Nächte sind eisig, die Tage mal strahlend sonnig, mal diesig oder neblig. Die sonnigen Wintertage mit klirrender Kälte und etwas Schnee sind bei uns im Norden selten, umso mehr genieße ich sie.

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Ich finde es toll, die kalte Luft, den Wind und auch Schnee oder Regen auf der Haut zu fühlen. Da spüre ich so richtig, dass ich lebe! Hinterher ein heißes Bad und eine gehaltvolle Suppe und das Leben ist in Ordnung! Heute habe ich euch eine rote Linsensuppe mir asiatischem Einschlag mitgebracht: Fruchtig und scharf, aber auch eindeutig nach Linsen schmeckend.

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Bevor wir zum Rezept kommen, möchte ich noch meine Gedanken vom heutigen Spaziergang mit euch teilen. Ich dachte über das Genießen nach. Was ist das eigentlich, etwas genießen? Erstmal hat das doch ganz viel mit bewusster Wahrnehmung zu tun, auf neudeutsch: Achtsamkeit . Ich kann die teuren Pralinen so nebenbei -eine nach der anderen- in den Mund stecken und -schwupp- schon ist die Schachtel leer, ohne, dass ich davon so richtig etwas mitbekommen habe. Ich kann mir aber auch eine schöne Situation dafür schaffen, in Ruhe sitzend, ohne Ablenkung durch das Internet oder eine Zeitung, mir das zartschmelzende Etwas in den Mund schieben und genau beobachten, wie sich die Schokolade im Mund anfühlt, ob vielleicht etwas krispiges darin sitzt, ob ich den Unterschied zwischen Überzug und Füllung schmecke, was für ein Gefühl bleibt, wenn schon längst keine Schoki mehr im Mund ist.

Und je länger ich darüber nachdenke, umso mehr komme ich zu dem Schluss, dass für mich Genuss auch immer mit Verzicht verbunden ist: Wenn ich jeden Tag den Blick auf das blaue Meer habe, weiß ich das nicht mehr so zu schätzen, als ob ich diesen tollen Ausblick nur für 2 Wochen im Jahr genießen kann. Manchmal höre ich von Besuchern:“Ach, was wohnt ihr schön, ihr braucht doch gar nicht in den Urlaub zu fahren.“ Recht haben sie! Aber: Wenn man es immer schön hat, fällt es einem doch gar nicht mehr auf!

Ein in großen Mengen Alkohol konsumierender Freund wollte mir doch allen Ernstes weiß machen, dass er so viel Alkohol trinkt, weil er den Genuss so liebt! Ich glaube ihm kein Wort; für mich ist das  Selbstschutz, um vor sich selbst die Abhängigkeit nicht zugeben zu müssen.

Bewusst auf etwas zu verzichten ist eine Fähigkeit, die uns allen immer mehr abhanden kommt. In Zeiten des Wohlstandes können wir uns alles leisten, haben die Möglichkeit, Tag und Nacht im Internet einzukaufen, müssen für ein Stück Fleisch nicht erst auf die Jagd gehen, für warme Kleidung kein Schaf scheren.

Umso wichtiger finde ich es, einfach mal bewusst eine Bedürfnisbefriedigung etwas aufzuschieben, um es danach so richtig zu genießen. Mal heute keinen Wein trinken, um ihn am Wochenende so richtig wert zu schätzen? Auch bei Regen einen Waldspaziergang antreten, um helles Sonnenlicht demnächst bis in die Seele vorzulassen? Bewusst das Alleinsein heute Abend zelebrieren, um die Gemeinschaft morgen wieder zu genießen? Sich extra dem kalten Nebel aussetzen, um danach die wohltuende Wärme zu spüren, die eine gut gewürzte Suppe in uns verbreitet?

 

Rote Linsensuppe

1 Gemüsezwiebel in Würfeln

3 cm Ingwer gerieben

1 Knoblauchzehe gepresst

2TL Curry

1 TL rote Currypaste

etwas Kokosöl

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3 gr. Möhren gewürfelt

3 Stangen Staudensellerie in Scheiben

1/2 rote Paprika

250g rote Linsen

800ml Gemüsebrühe

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1/2 Dose Kokosmilch

Saft 1 Zitrone

Salz, Pfeffer, Chili nach Geschmack , Zucker oder Süßungsmittel nach Geschmack

evtl. Wasser, falls die Suppe zu dick ist

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Die Zutaten bis zur ersten Linie im Kokosöl leicht anbraten, die Zutaten bis zur nächsten Linie dazu geben und solange kochen, bis das Gemüse weich ist (ungefähr 15 Minuten). Kokosmilch und Zitronensaft zugeben und mit dem Pürierstab fein pürieren, mit den Gewürzen abschmecken.

 

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Mögt ihr mir eure Gedanken zum Thema Genuss erzählen?

Man liest sich!

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Tutorial Tüten nähen

Hier kommt die Nähanfänger-Anleitung für meine Multifunktionstüten.

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Gefertigt sind sie aus Snap-Pap. Das ist ein Material, das an Leder erinnert, aber aus Papier hergestellt wird. Man kann es problemlos schneiden, kleben, nähen, bedrucken, besticken, bestempeln, waschen…

Auf dieser Seite bekommt ihr einen ersten Eindruck von diesem tollen Material und auch jede Menge Ideen, was man damit noch so alles anfangen kann. (Nein, ich habe keine Kooperation…) Ich hatte jeweils eine Rolle in stone und schwarz bestellt und habe daraus jeweils 4 Tüten in verschiedenen Größen genäht.

Zuerst kommt das Material in die Waschmaschine, wird getrocknet und ordentlich geknüllt. Dadurch wandelt sich der erste Eindruck „mh, wie Tonkarton“ zu „wow, wie Leder“!

Dann wird zugeschnitten.

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Das linke Schnittmuster eignet sich für einen Blumenübertopf, das rechte ist die Umhüllung der beiden Putzmittelflaschen auf dem Bild oben.

Nun den Stoff auf der Seite des Umfanges halbieren, den Knick unten für ein paar cm scharf knicken (oder mit einem Stift markieren) und die Seitennaht mit Steppstich schließen:

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Nun die soeben genähte Naht genau auf den Knick (oder die Markierung) legen-damit liegt die Naht genau mittig. An beiden Seiten am unteren Ende wieder für ein paar cm scharf knicken und die Bodennaht schließen:

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Nun werden die Ecken unten abgenäht. Dazu die Tüte hinstellen, eine Hand in die Tüte hineinstecken, die andere Hand drückt den Stoff von außen gegen die innere Hand. An jeder Seite muss nun ein Dreieck zunächst abgenäht und dann abgeschnitten werden.  Wenn man mehrere Tüten nähen möchte, lohnt es,  dafür aus Pappe eine Schablone anzufertigen. Wenn die Naht 10 cm lang werden soll, ergibt sich im rechtwinkligen Dreieck nach Pythagoras die ungefähre Seitenlänge der Hypotenusen von 7 cm . (Ich sag’s doch, der Mathe-Leistungskurs wird sich irgendwann rentieren!)

Die Schablone legt man nun auf die Tütenecke, dabei darauf achten, dass die Winkelhalbierende genau auf dem vorher geknickten Falz zu liegen kommt. Kreidestrich ziehen und darauf entlang steppen:

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Das Dreieck abschneiden, dabei (wie bei jeder Naht hier) unbedingt 1 cm Nahtzugabe stehen lassen, ansonsten reißen die Nähte beim Wenden aus.

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Mit der anderen Seite genauso verfahren:

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Und nun kommt das schwierigste der ganzen Aktion, das Wenden. Das Material ist so fest und so störrisch, dass das Wendemanöver zum echten Kraftakt wird.

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Alles in allem braucht man pro Tüte vielleicht 10 Minuten; der Materialpreis hält sich mit ungefähr 4€ pro Stück auch sehr in Grenzen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nacharbeiten und freue mich, wenn die ein oder andere auf ihrem blog Tüten zeigt!

Man liest sich!

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